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Mediterraner Lifestyle · Porträt

Markus Tollmann: Neoexpressionist zwischen Mallorca und Liechtenstein

Er malt gegen die Zurückhaltung an: Markus Tollmann, Jahrgang 1963, gehört zu den Neoexpressionisten, deren Farbe man schon aus dem Nachbarraum hört. Ein Porträt zwischen Gelsenkirchen, London und dem Mittelmeer.

Markus Tollmann erklärt bei einer Ausstellung gestikulierend ein Werk, im Hintergrund eines seiner farbigen Porträtgemälde

Markus Tollmann malt seit vier Jahrzehnten gegen die Zurückhaltung an. Der 1963 geborene Neoexpressionist erhielt privaten Zeichenunterricht bei Joseph Beuys, arbeitete im Londoner Atelier von Francis Bacon und zeigte seine Arbeiten vom Staatlichen Russischen Museum in St. Petersburg bis zum CCA Andratx auf Mallorca. Heute pendelt er zwischen zwei Ateliers, eines auf der Insel, eines in Liechtenstein.

Ein Atelier statt eines Kinderzimmers

Markus Tollmann kam 1963 in Gelsenkirchen-Buer zur Welt, im Ruhrgebiet, das damals noch nach Kohle roch und schon nach Kunst. Sein Vater, der Künstler Günther Tollmann, führte ein Haus, in dem Arbeit und Gastfreundschaft dasselbe Zimmer teilten. Wer dort ein und aus ging, liest sich heute wie eine Bestandsaufnahme der europäischen Nachkriegsavantgarde: Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Yves Klein, Joseph Beuys.

Für ein Kind heißt das vor allem: Farbe ist nichts Besonderes, sondern Alltag. Bereits im Kindesalter kam Tollmann mit Pablo Picasso in Kontakt, mit neun Jahren zeigte er erstmals eigene Arbeiten in einer öffentlichen Ausstellung. Ab 1978 erhielt er privaten Zeichenunterricht bei Joseph Beuys. Ab 1981 arbeitete er in London im Atelier von Francis Bacon, also bei jenem Maler, der den menschlichen Körper behandelte wie eine offene Frage.

Diese beiden Lehrer erklären viel an seiner späteren Handschrift. Von Beuys blieb die Idee, dass Kunst eine Handlung ist und kein Dekor. Von Bacon blieb der Mut, ein Gesicht so lange zu bearbeiten, bis es mehr zeigt als eine Ähnlichkeit.

Bremen, New York, London

1984 eröffnete Tollmann seine erste eigene Galerie in Bremen. Ein Jahr später wurde er Meisterschüler seines Vaters. In den 1980er-Jahren waren Arbeiten von ihm im Museum of Modern Art in New York zu sehen, gegen Ende des Jahrzehnts beriet er das Auktionshaus Christie’s in London.

Der Weg vom Atelier über den Galerieraum bis in den Auktionssaal ist selten und prägt den Blick. Wer weiß, wie ein Werk gehandelt wird, malt anders, meist unabhängiger. In Tollmanns Fall hat es die Bildsprache nicht gedämpft, sondern befreit.

Farbintensives Frauenporträt von Markus Tollmann in Rot, Pink, Türkis und Gelb mit schwarzen Konturlinien
Gesicht als Farbfeld: In Tollmanns Porträts trägt die Farbe die Stimmung, nicht die Ausführung des Details.

Die Handschrift: Farbe, die nicht verhandelt

Der Neoexpressionismus stellt Geste, Gefühl und Farbe über die getreue Abbildung. Tollmann arbeitet genau in dieser Linie. Seine Themen sind die menschliche Begegnung, das Porträt, die Bewegung und die emotionale Kraft der Farbe. Was in den Bildern passiert, ist selten leise: große Formate auf Leinwand, kräftige Farbflächen, Konturen, die eher gerissen als gezogen wirken.

Wer sich dem nähert, merkt schnell, dass die scheinbare Schnelligkeit täuscht. Die Linien sitzen. Ein Gesicht bleibt lesbar, auch wenn eine Wange türkis ist und der Schatten unter dem Auge pink. Das ist der Punkt, an dem Handwerk beginnt und Effekt aufhört.

Sämtliche im Studio entstehenden Arbeiten sind Originale auf Leinwand, signiert und mit Echtheitszertifikat. Daneben gibt es Lithografien und Skulpturen, denn Tollmann arbeitet nicht nur als Maler, sondern auch als Bildhauer.

Gesichter, die man kennt

Nach Angaben des Künstlers zählen zu den Porträtierten unter anderem Peter Struck, Johannes Rau, Mario Adorf, Pink, Ralf Moeller, Randy Anderson sowie Paul Bernard vom Zirkus Roncalli. Auch ein Porträt von Pierre Brice ist dokumentiert.

Auffallend ist, wie wenig diese Bilder mit dem klassischen Repräsentationsporträt zu tun haben. Es geht nicht um Amt und Würde, sondern um Temperament. Ein Porträt bei Tollmann ist eher eine Behauptung über einen Menschen als ein Beweis.

Expressives Frauengesicht in Rot, Gelb und Rosa mit schwarzen Pinselzügen, signiert von Markus Tollmann
Arbeit aus dem Umfeld der Ausstellung im CCA Andratx auf Mallorca.

Das Mittelmeer als Bühne

2005 widmete das Staatliche Russische Museum in St. Petersburg Tollmann eine Einzelausstellung samt monografischer Publikation. 2007 folgte eine Station im MOMA Hamburg. 2016 wurden großformatige Arbeiten in den von Philippe Starck gestalteten Frames des Hafens Port Adriano auf Mallorca gezeigt, ein Ort, an dem Yachten und Kunst dieselbe Kulisse teilen.

2024 war er mit einer Einzelausstellung im CCA Andratx zu sehen, einem der wichtigsten Häuser für zeitgenössische Kunst auf den Balearen. Auf der Website des Künstlers sind für 2025 Zürich und Stuttgart als weitere Stationen genannt. Heute lebt und arbeitet Markus Tollmann zwischen seinen Ateliers auf Mallorca und in Liechtenstein.

Dazu kommt ein Teil seiner Arbeit, der selten in Katalogen auftaucht: Tollmann engagiert sich regelmäßig auf internationalen Wohltätigkeitsveranstaltungen und unterstützt Projekte mit Werkspenden, Editionen und Auktionsbeiträgen, mit Schwerpunkt auf Kinderhilfe, Kultur und humanitärem Engagement.

Was das mit der Costa del Sol zu tun hat

Tollmanns Ausstellungsgeschichte führt über Mallorca, nicht über Andalusien. Trotzdem ist er für die Küste zwischen Estepona und Málaga kein Fremdkörper. Das Publikum ist dasselbe: internationale Sammlerinnen und Sammler mit einem zweiten Zuhause am Mittelmeer, oft mit deutschsprachigem Hintergrund, oft mit einer Wand, die eine Entscheidung braucht.

Und Málaga ist längst eine Kunststadt mit eigener Schwerkraft. Wer sich für Positionen wie die von Tollmann interessiert, findet in der Stadt einen dichten Resonanzraum, vom Museo Picasso über die Museumslandschaft der Stadt bis zur aktuellen Kunstszene. Die Achse Mallorca und Costa del Sol ist für Galerien, Sammler und Künstler längst eine einzige Route.

Wer ein Original kaufen will

Der Vertrieb läuft direkt über das Studio, nicht über einen anonymen Markt. Wichtige Punkte, die das Studio selbst nennt:

  • Unikate: Originalgemälde sind Einzelstücke, signiert und mit handsigniertem Echtheitszertifikat inklusive Werkverzeichnis-Nummer, Provenienz und Referenzfoto.
  • Werkverzeichnis: Bei einem späteren Weiterverkauf bittet das Studio um vorherige Information, damit die Provenienzkette lückenlos bleibt.
  • Transport: Versand vollversichert über auf Kunsttransport spezialisierte Logistiker, für große Formate auf Wunsch mit White-Glove-Service inklusive Hängung.
  • Atelierbesuch: nach Terminvereinbarung in Liechtenstein und auf Mallorca möglich, alternativ als private Vorab-Präsentation per Video.
  • Widerruf: Das Studio weist darauf hin, dass für individuell gefertigte Unikate kein gesetzliches Widerrufsrecht besteht.

Wer die aktuellen Arbeiten sehen will, findet die Galerie auf markustollmann.de. Die Auswahl wechselt, und sie wechselt schneller, als ein Katalog es abbilden könnte.

Markus Tollmann im geblumten Hemd vor einem großen gerahmten Werk an einer Betonwand
Der Künstler vor einer eigenen Arbeit. Sein Satz dazu: Kunst fängt da an, wo andere aufhören.

Eine Position, die nicht leiser wird

Es gibt Künstler, die mit den Jahren zurücknehmen. Tollmann gehört nicht dazu. Seine Bilder wollen etwas vom Betrachter, sie sind auf Kontakt gebaut. Genau das macht sie für Räume interessant, in denen sonst viel Weiß, viel Stein und viel Meerblick den Ton angeben. Eine Wand an der Costa del Sol verträgt mehr Farbe, als die meisten Architekturfotos vermuten lassen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer ist Markus Tollmann?

Markus Tollmann ist ein deutscher Maler und Bildhauer, geboren 1963 in Gelsenkirchen-Buer. Er gilt als Neoexpressionist und arbeitet vor allem mit großformatigen Originalen auf Leinwand. Heute lebt und arbeitet er zwischen seinen Ateliers auf Mallorca und in Liechtenstein.

Bei wem hat Markus Tollmann gelernt?

Ab 1978 erhielt Tollmann privaten Zeichenunterricht bei Joseph Beuys, ab 1981 arbeitete er im Londoner Atelier von Francis Bacon. 1985 wurde er Meisterschüler seines Vaters, des Künstlers Günther Tollmann. Schon als Kind kam er mit Pablo Picasso in Kontakt.

Wo wurden Werke von Markus Tollmann gezeigt?

2005 widmete ihm das Staatliche Russische Museum in St. Petersburg eine Einzelausstellung mit monografischer Publikation, 2007 folgte das MOMA Hamburg. 2016 waren großformatige Arbeiten in den Philippe-Starck-Frames des Hafens Port Adriano auf Mallorca zu sehen, 2024 eine Einzelausstellung im CCA Andratx.

Welchen Stil vertritt Markus Tollmann?

Tollmann arbeitet neoexpressionistisch. Geste, Gefühl und Farbe stehen über der getreuen Abbildung. Seine Themen sind die menschliche Begegnung, das Porträt, die Bewegung und die emotionale Kraft der Farbe.

Wen hat Markus Tollmann porträtiert?

Nach Angaben des Künstlers zählen zu den Porträtierten unter anderem Peter Struck, Johannes Rau, Mario Adorf, Pink, Ralf Moeller, Randy Anderson und Paul Bernard vom Zirkus Roncalli. Auch ein Porträt von Pierre Brice ist dokumentiert.

Wie kauft man ein Original von Markus Tollmann?

Der Verkauf läuft direkt über das Studio. Jedes Original ist ein Unikat, signiert und mit handsigniertem Echtheitszertifikat inklusive Werkverzeichnis-Nummer, Provenienz und Referenzfoto. Der Versand erfolgt vollversichert über spezialisierte Kunstlogistiker, Atelierbesuche sind in Liechtenstein und auf Mallorca nach Terminvereinbarung möglich.